Stimmen

 Stimmen zu «Flechten»

«Barbara Schiblis Roman Flechten gehört zu den bemerkenswerten literarische Debüts des Jahres 2017.»
Schweizer Buchjahr, Alexandra Wittmer

«Eine absolute Entdeckung.»
Jury des GEDOK-Literaturförderpreises 2017

«Sehr geschickt verflicht Schibli in ihrem Porträt Annas Berufs- und Privatleben mit Tagträumereien, Erinnerungen, Geschwisterproblemen und Fragen rund um Wissenschaft, Natur und Kunst. Ein schmaler Roman, der den Blick auf die Welt weit öffnet.» Wiener Zeitung, Jeannette Villachica

«This is an extremely thought-provoking and unusual story that tackles some important issues. It would be a delight for any translator to get their teeth into this fascinating and gripping novel.“ 12 Swiss Books, Pro Helvetia, Alyson Coombes

«Im prächtigen Theatersaal des Stadttheaters Solothurn, dessen mit rotem Samt bezogene Sitze vollzählig belegt waren, las Schibli aus ihrem viel beachteten Debütroman Flechten, moderiert von Valeria Heintges. In Flechten kehrt Barbara Schibli das erkenntnistheoretische Paradigma des 17. Jahrhunderts um. Nicht der Mensch fungiert als Spiegel der Natur, vielmehr wird die Natur zum Spiegel des Menschen: ,Man meint, ein Stück unbekannte Natur zu beobachten, dabei ist es ein Teil von einem selbst.‘ […] Geschickt flicht Schibli in die Erzählung dieser vielmehr parasitären Zwillingsbeziehung Reflexionen über aktuelle ökologische, politische und soziale Problemstellungen, die sich aus der ausbeuterischen Gestaltung der Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt ergeben: Luftverschmutzung, Bienensterben, Digitalisierungsprozesse, das narzisstische Kreisen um das Selbst der Selfiekultur, kunstvolle Spiegelungen des Identitätstopos, die im Motiv der Zwillinge und der Flechten zusammengeführt werden» Schweizer Buchjahr, Shantala Hummler

«Das Buch ist […] ein reifes Werk geworden: psychologisch intensiv mit bemerkenswerter Kunstfertigkeit geschrieben. Schibli erzählt die explosive Erfahrung zweier erwachsener Zwillingsschwestern als Identitätstrauma. Die Flechten-Forscherin und die Fotografin ringen heftig mit Abgrenzung und Übergriffigkeit. Wie Schibli die Symbiose aus Algen und Pilzen bei Flechten („zart und robust“) im Zwillingspaar spiegelt und mit familiären, biologischen, fotografischen Motiven spielt, ist originell und grossartig.» Hansruedi Kugler, St. Galler Tagblatt / Luzerner Tagblatt,  Solothurner Literaturtage 2018

«Arno Camenisch, Barbara Schibli, Christian Kaiser Thilo Krause, Raphael Urweider – sie alle treten an den diesjährigen Solothurner Literaturtagen auf. Gemeinsam ist ihnen, dass sie alle in ihren aktuellen Werken die Natur zum zentralen Thema machen.» srf.ch Kultur, Felix Münger, Sendung: Kultur aktuell, Radio SRF 2 Kultur, 11.5.2018, 7:20 Uhr, Solothurner Literaturtage 2018

«Mit genauen Kenntnissen schreibt die Autorin über die Flechten, geradezu wiederholt sie Annas psychologisch motivierte Hingabe an die Pflanzen mit einem ästhetischen Impetus. Virtuos und raffiniert benennt sie die feinsten Erscheinungsformen der Pflanzen, wie sie sich Anna unter dem Mikroskop zeigen. Es ist eine verborgene Welt voller Rätsel und Schönheiten – auch voller Andeutungen, wie eine Symbiose im Humanbereich zu leben wäre, wie der eigene Ort gefunden werden könnte.» Neue Zürcher Zeitung, Beatrice Eichmann-Leutenegger

«Schon auf den ersten Seiten ihres sprachlich hochpräzisen, oft komischen und trotz der biologischen Kenntnisse, die zugleich vermittelt werden, leichtfüssig daherkommenden Debütromans ‚Flechten‘ gelingt es der Zürcher Schriftstellerin und Gymnasiallehrerin Barbara Schibli Annas Faszination für ihren Forschungsgegenstand und ihrer besonderen Wahrnehmung der Aussenwelt zu vermitteln.» Darmstädter Echo, Jeannette Villachica

«FLECHTEN ist ein subtiles Buch, das aus einer langen Taucharbeit entstanden ist. Es liest sich leicht, nimmt uns mit, beeindruckt durch die Gemessenheit seiner Form. Doch Achtung, es erzählt von einer sehr grundsätzlichen Arbeit am Grund, den es hervor- und zur Sprache bringt. Eine Arbeit, die Strenge, Treue und Mut verlangt, ohne die keine Verborgenheit so zu heben wäre, dass sich nichts von ihrem Geheimnis verliert.
Etwas ist in diesem Buch geborgen, das auszusprechen jede Bergung zunichte machen würde.»
Laudatio GEDOK-Förderpreis, Friederike Kretzen
Lesen Sie die gesamte Laudatio hier

«Man muss sich nicht exorbitant für Flechten oder die spezielle Problematik eineiiger Zwillinge interessieren. Der Roman seziert für alle gewinnbringend die Frage nach dem Ich in Beziehung zu anderen im postindustriellen Zeitalter. Und so folgen wir Anna bei ihrem strauchelnden Versuch, die ewige Umlaufbahn um sich selbst zu verlassen und womöglich das Wagnis einzugehen, in Beziehung zu treten.»  Radio Dreyeckland, Birgit Huber

«Ob naturwissenschaftlich oder literarisch interessiert: Alle Teilnehmenden mussten schmunzeln, als sie erfuhren, dass das Gleichgewicht zwischen Pilz und Alge gerne verlorengehe. Die Bezüge zur Handlung des Buches waren naheliegend: …» Homepage der Kantonsschule Wettingen, Werner Bänziger

«Barbara Schibli […] legt einen sehr lesenswerten Debütroman vor, der sprachlich und motivisch fein gearbeitet ist.» AAKU, Aargauer Kulturmagazin, Laurin Jäggi

«Die Lektüre des Romans ist eine Wanderung durch ihre [Annas] weitläufigen Innenwelten, angereichert mit atmosphärischen Bildern der Aussenwelt. Leise erzählt und abgründig. – Ein feinfühlig erzähltes Romandebüt über die schwierige und intensive Beziehung eineiiger Zwillinge.» (4 von 5 Punkte) BÜCHERmagazin

«In diesem zentralen Vernissage-Kapitel kulminiert Barbara Schiblis Roman. Mit einem Mal offenbaren alle Motive im Licht der Ereignisse und der dazugehörigen Erinnerung ihre innere Verbundenheit. Das latente Zerwürfnis der beiden Schwestern wird ebenso deutlich wie die unauflösliche Abhängigkeit.» Viceversa Literatur, Beat Mazenauer

«Wer von Flechten redet, kommt auf Verflechtungen zu sprechen. So selbstbewusst beide [Schwestern] auch auftreten, von den Verflechtungen in ihren familiären Beziehungen sind sie nicht zu lösen.»
Salzburger Nachrichten, Büchertipps, Anton Thuswaldner

«Doch die äusserliche Ähnlichkeit garantiert keine Bindung, ist in der Symbiose doch auch die Angst angelegt, dass die eigene Identität verlorengehen könnte. In der Folge kämpfen und spielen die Schwestern beständig darum, sich in der jeweils anderen aufzulösen und gleichzeitig noch sichtbar zu bleiben.» Zürcher Studierendenzeitung, Alexandra Wittmer

«Barbara Schibli weiss die Ebenen ihres Romans perfekt durch Metaphern miteinaner zu verbinden. Was auf den ersten Blick plakativ wirken mag – die Symbiose der Flechten, die Symbiose der Schwestern – erhält im Laufe des Romans Tiefe. Das liegt auch an Schiblis poetischer Sprache, die die grosse Frage nach der eigenen Identität niemals direkt benennt, sondern unaufhörlich mit immer neuen Bildern umkreist.» Junge Welt, Katharina Bendixen

»Wie die Fotografien ist auch der Roman ein Kaleidoskop in sich. Es ist eine Montage von einzelnen Bildern, die auch variieren könnten, und die man beim Lesen variiert. Es besteht eine interessante Verbindung zwischen dem fotografischen Korpus und dem Akt des Schreibens.«
Clà Riatsch, Radio Rumantsch (übersetzt aus dem Rätoromanischen). Ab Minute 25.12 wird in der Sendung „La marella“, die unter dem Motto „Leben für eine Passion“ steht,  „Flechten“ besprochen: https://www.rtr.ch/emissiuns/marella/viver-per-ina-passiun (Bei Min. 34.35 liest die Autorin eine kurze Textstelle vor.)

«Mit der Flechte hat die Autorin Barbara Schibli eine Metapher ausfindig gemacht, die auf faszinierende Weise einen komplexen menschlichen Charakter literarisch zu modellieren vermag.» St. Galler Tagblatt, Irene Widmer

«Sprachlich auf klare Kante und Konkretion gemünzt, verhandelt Flechten die beargwöhnten Dualismen in essayistischer Präzision, bleibt jedoch in poetischer Hinsicht zurück.» KulturErnte, Marcus Böhm

«Der Roman ist in einer berührenden Sprache verfasst, die Wahl der Metaphern ist abwechslungsreiche und deutungsintensiv.»  Weiberdiwan, Antonia Laudon

«Anna vereint widersprüchliche Eigenschaften und Impulse, sie fühlt sich verloren und ist zielstrebig, sie ist ehrgeizig und will doch nicht alles dem Beruf unterordnen, sie liebt ihren Freund und stürzt sich in sexuelle Abenteuer, sie leidet unter Rivalität und ist kampfbereit, sie sucht Nähe und will sich nicht mitteilen. Der Autorin ist so ein differenziertes, facettenreiches und originelles Frauenporträt gelungen.» Ruth Gantert, Laudatio Studer/Ganz-Preis 2016

«Sprache als Zwillingsschwester, das ist was die Flechten- und Erzählforscherin mit ihrem Blick in die Tiefe der Verflechtungen von Dingen und Wesen enthüllt.»
Jurybericht Werkbeitrag 2013, Kuratorium Aargau

«Steht die Flechtenforscherin für die Erinnerungs- und Beziehungsarbeit, so leistet die Fotografin die Beobachtungs- und Gedächtnisarbeit.»
Jurybericht Werkbeitrag 2013, Fachgruppe Literatur der Kulturförderungskommission, Kanton Zürich

Elena Wilhelm und Margrit Schaller empfehlen „Flechten“ in ihrem Blog: https://www.elenawilhelm.com/blog

Die Buchhandlung „Zum Bücherparadies“ im Seefeld empfiehlt „Flechten“ auf ihrer Homepage als Tipp der Woche: https://www.buecherparadies.ch/7500/

«Marderschreck» von Barbara Schibli, Regie: Andreas von Stosch
Jury-Preis der Stiftung für Radio und Kultur Schweiz SRKS
«Wie vertreibt man Marder, die Autos anknabbern? Mit hochfrequenten Tönen. Wie vertreibt man Teenager, die im Einkaufszentrum abhängen? Mit hochfrequenten Tönen! Effiziente Abschreckung – oder wie es in der Schweiz gerne heisst: Verbrämung – ist eine traurige Realität. Auch in Bezug auf Flüchtlinge. Das Hörspiel bringt diese Realität in nur 6 Minuten auf den Punkt, intelligent, ironisch und höchst kunstvoll komponiert. Ein reicher, aufs Nötigste reduzierter Text wird als durchrhythmisierte Sprach- und Musik-Performance zum Klingen gebracht – fast tanzend leicht und dennoch knallhart in der gruseligen Konsequenz.» (Juror Reto Ott)

Stimme zur Ausstellung «Bilyrik», Limmatwelle, 4. Oktober 1996:
«Die Werke von Barbara Schibli sind, obwohl aus Erlebtem geschöpft, keine Selbstdarstellungen. Die Künstlerin versteht sie eher als Provokation zur Analyse. Die Bilder zeugen von einer ausgeprägten Abgeklärtheit der Künstlerin. Keine Verzweiflungsschreie, sondern überlegte, durchdachte Arbeiten. Die Texte in den Bildern ohne konkrete, sich wiederholende Themen – kein roter Faden windet sich durch ihr Oeuvre. Die Werke als Momentaufnahmen, Facetten – ohne Vorher und Nachher.»